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HÖRZU, 44/1995
Musikalisches Kammerspiel
um ungelebte Leidenschaften,
feinfühlig erzählt.
Ein elegantes Drama, 1992 bei den Filmfestspielen
von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet: Zwei Geigenbauer,
dargestellt von André Dussollier und Daniel Auteuil, verlieben
sich in eine Violinvirtuosin. Der eine aber, ein verschlossener
Einzelgänger, traut sich nicht so recht. Was ihn in den Augen
der Frau überaus sehenswert die wunderschöne Emmanuelle
Béart aus Eine französische Frau
noch anziehender macht.
Lieben Sie mich!, fordert sie. Doch
der Mann lehnt höflich, aber bestimmt ab. Eine Liebesgeschichte
also, die keine ist kühl, distanziert, verhalten. Claude
Sautet, Frankreichs Mann für Die Dinge des Lebens,
hat sie inszeniert. Präzise registriert er das chaotische Gefühlsleben
seiner Helden und schuf so, dank der hervorragenden Darsteller und
der Musik Maurice Ravels, ein sensibles, melancholisches Melodram.
Die Kritik war allerdings gespalten: Von erotische
Kühltruhe bis atemberaubend schön oder
gar begnadet reichten die Urteile.
{autor}
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