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AP-Meldung, 24. Juli 2000, 15:30 Uhr

Romy-Schneider-Regisseur Claude Sautet gestorben

Mit 76 Jahren Krebsleiden erlegen / Er verhalf der deutschen Schauspielerin zu Karriere in Frankreich / Oscar-Nominierung

Paris (AP) – Der Mann, der Romy Schneider zu einer zweiten Filmkarriere in Frankreich verhalf, ist tot: Der französische Regisseur Claude Sautet erlag am Samstag im Alter von 76 Jahren einem Krebsleiden, wie sein Produzent Alain Sarde am Montag in Paris mitteilte. Unter der Regie von Sautet spielte Romy Schneider in Klassikern wie „Der Kommissar und das Mädchen” (1970) oder „Eine einfache Geschichte” (1978) — ein Film über Liebe und Freundschaft, der 1979 für den Oscar nominiert wurde. Sautet, in dessen Werken stets die kleinen Wechselfälle des Lebens im Mittelpunkt standen, avancierte spätestens mit der Dreiecksgeschichte „Cesar und Rosalie” (1972) zum Kultregisseur in Frankreich.

Der Tod des Künstlers, der wegen seiner schweren Krankheit seit „Nelly und Monsieur Arnaud” im Jahr 1995 keinen Film mehr gedreht hatte, wurde mit großer Trauer aufgenommen. „Claude Sautet war derjenige, der mir die Lust an der Schauspielerei gegeben hat”, sagte Emmanuelle Beart, seit dem Tod Romy Schneiders 1982 eine der bevorzugten Schauspielerinnen Sautets. Staatspräsident Jacques Chirac würdigte die Sensibilität des Künstlers, dessen Filme „ein Spiegel unserer Epoche” gewesen seien.

Der 1924 in einem Pariser Vorort geborene Regisseur galt als Vertreter des realistischen Films, wenn er selbst auch sagte: „Wirklichkeitstreue ist eine Illusion… Allein die Dauer eines Films zeigt, dass er nicht wirklich realistisch sein kann.” Er verließ sich meist auf die gleichen Hauptdarsteller — neben Romy Schneider gern Yves Montand, Michel Piccoli oder später Sandrine Bonnaire, Emmanuelle Beart und Daniel Auteuil. Seine Karriere begann der Sohn aus gutem Haus als Musikjournalist, später arbeitete er als Regieassistent und Drehbuchautor.

In den 60er Jahren begann er, eigene Filme zu drehen; der internationale Durchbruch gelang ihm 1969 mit dem Film „Die Dinge des Lebens”. Es war der erste von insgesamt fünf Filmen mit Romy Schneider und begründete die Karriere der Deutschen – obwohl diese bereits mehrere erfolgreiche Filme in Frankreich gedreht hatte – als anerkannte „actrice francaise”. Romy Schneider nahm von einer eventuellen Hollywood-Karriere Abstand und arbeitete in den folgenden Jahren vor allem mit Regisseuren wie Claude Chabrol, Jean-Claude Brialy oder Bertrand Tavernier zusammen.

Und eben mit Claude Sautet, der sich ab etwa 1980 auch zunehmend mit den Problemen junger Menschen beschäftigte. In „Der ungeratene Sohn” (1980) geht es um Drogen; in „Nelly und Monsieur Arnaud” um eine junge arbeitslose Frau, die sich mit einem älteren Mann anfreundet. Für seine Filme erhielt Sautet zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Mal den „Cesar” – den französischen Oscar – für „Ein Herz im Winter” (1993) und „Nelly und Monsieur Arnaud”.

von AP-Korrespondentin Susanne Gabriel
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letzte Änderung: 17.08.2000